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Bist du Pro?

Vor einigen Jahren habe ich mich gerne "Pro-Ana" genannt, weil ich zu meiner Krankheit gestanden habe. Ich war bereits im Untergewicht, als ich damals im Internet auf die Foren und die Blogs gestoßen bin. Ich war begeistert von all den Mädchen, die genau wie ich jeden Tag kämpfen und es hat mich sehr getröstet zu wissen, dass es nicht nur mir so schlecht ging bzw. dass nicht nur ich dieses Hungergefühl genoss. Photobucket

Aber seither hat sich einiges geändert.
Ich sehe mich nur noch in wenigen Punkten verbunden mit dem, was man den Pro-Ana-Kult nennt. Mein Zustand hat sich seit damals gebessert. Mit jedem Kilo das ich gegen meinen Willen zugenommen habe wurde mein Verstand immer klarer. Heute kann ich einiges belächeln, was ich damals geglaubt habe und was einige Pro-Anas heute noch im Internet verbreiten.
Allerdings kann ich nicht alles abschütteln, was diese Pro-Ana Faszination damals in mir ausgelöst hat. Ich möchte mich nicht verstecken und ich finde es gut, mich mit anderen, die ähnliches wie ich erleben, auszutauschen. Und ich lebe seit einigen Jahren mit meiner ES, ohne etwas dagegen zu tun. Und manchmal fühle ich mich auch sehr wohl mit der Bulimie. Sie ist ein Teil von mir geworden. Aber ein Teil, den zu entbehren ich bereit bin.

Ich habe verlernt, normale Portionen zu essen. Ich habe immer noch dieses Selbstbild von mir im Kopf, dass ich dünn sein muss. 

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Mein Ziel ist es aber nicht mehr, wochenlang zu hungern. Ich kenne die Risiken und die Nachteile, die dieses exessive Fasten mit sich bringen. Ich weiß auch, dass es mit jedem weiteren Kilo Untergewicht schwerer wird, zu lächeln, weil der Körper weniger Endorphine ausschüttet. Und nach diesen Endorphinen bin ich doch so süchtig! Ich habe die letzten Monate neue Freunde dazugewonnen und mit denen lache ich sehr gerne. Photobucket Also bin ich vorsichtig, was das Zielgewicht angeht. Momentan liegt es bei 45 Kilo, weil ich damals beobachtet habe, dass ich ab 44 Kilo wieder mehr Emotionen zeigen konnte und nicht mehr so despressiv war.

Meine Konzentration beschränkt sich dieser Tage auf das Loslassen meiner Bulimie. Das ist leichter gesagt, als getan. Wie oft habe ich mir schon gedacht: "Das ist das letzte Mal!"Photobucket
Ich möchte zufrieden werden. Ich setze dieses spezielle Ziel nicht an einem Gewicht fest. ich sage mir nicht: "Mit 45 Kilo werde ich perfekt sein!" Ich habe herrasgefunden, dass es soetwas wie Perfektion nicht gibt und dass ich mich mit 45 Kilo vermutlic immer noch zu dick fühlen werde. Ich versuche, meinen Körper zu akzeptieren und die Akzeptanz, die ich bisher erreicht habe, hat einen sehr hohen Druck von mir genommen. Der Wahn ist von mir gewichen.Photobucket Einerseits finde ich das gut: Ich habe ein Leben! Ich kann auch noch an etwas anderes denken, als ans Essen und das genieße ich sehr. Andererseits finde ich das schlecht, denn so habe ich einige Kilos in Kauf nehmen müssen (Ich erbreche nicht mehr alles).
Warum ich versuchen möchte, die Bulimie zu überwinden: Die Bulimie nimmt pro Tag mehrere Stunden in Anspruch. Photobucket Und diese Zeit würde ich lieber mit etwas sinnvollem nutzen. Meinem Freund stört es auch sehr, dass ich solche Probleme mit mir habe und ihm zuliebe, versuche ich mich zu "nomalisieren".


Ich bin hin und hergerissen und frage mich, ob mein Idealbild mit der realen Welt vereinbar ist.

Ich werde es herausfinden!


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