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Gedankenverwirbelungen.

Seit Tagen nur noch Verwirrung und das Gefühl, irgendwohin laufen zu wollen, nur nicht wissen, wo genau das ist.

 

Ich war für knapp eine Woche in Deutschland um mit meinem Freund Jubiläum zu feiern. Ein Jahr und immernoch sehr glücklich. 

 Dieses "Glücklichsein"... ich glaube, das ist mein Problem. Ich habe mich gehen lassen. Ich wollte es immer nicht sehen und habe mir selbst was vorgemacht. Also im Bezug auf's Essen und auf meinen Körper. Die Waage lügt nicht. 58 Kilo. Uff. Ich habe mich im Spiegel angesehen und sekündlich dabei zusehen können, wie meine Haut immer weicher wurde, wie die Kleidung immer enger wurde und ich aus allen Nähten zu platzen schien. Und dann stagnierte das Bild und da war ich - in voller Lebensgröße. Ich habe es ewig nicht wahrhaben wollen, aber ich bin so dick, wie noch nie zuvor. Ich habe endlich meine Augen geöffnet.

Es hat mir schon ziemlich den Urlaub versaut, muss ich zugeben. Ich weiß bis heute nicht, was genau ich falsch gemacht habe, zumal ich mich ja auch körperlich recht gut bewegt habe in den letzten Wochen. Man denkt sich

tatsächlich dünner, wenn man Sport macht und einem ein Referenzmedium fehlt (Eine Hose, in die man unbedingt reinwill - oder eben eine Waage, die so grob sagt, ob

du nun 40 Kilo wiegst oder doch 50). Ich habe nunmal keine zuverlässige Waage um mich herum. Ich habe noch nicht einmal ein Ganzkörperspiegel. In dem Spiegel in meinem Zimmer kann ich noch nichtmal meine Schultern sehen und in dem schmutzigen Spiegel im Badezimmer kann ich mich auch nur bis zur Hüfte betrachten.


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Ich habe gerade einfach keinen Halt mehr, Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Dieser ganze Hungerkram bringt einfach nichts. Ich weiß, dass dieser Jojoeffekt gnadenlos bei mir zuschlägt und meine ganzen Abnehmversuche in den letzen Monaten haben irgendwo ein Leck gehabt und nun bin ich dicker, als je zuvor

Vor einigen Jahren wäre ich tot umgefallen, hätte mir jemand gesagt, dass ich jemals fast 60 Kilo wiegen würde. Meine Gewichtstabellen, die ich mir für einige Monate vorgezeichnet hatte und die meinen Gewichtsverlauf dokumentierten, zeigte in der Gewichtsskala nie mehr als 45 Kilo.
"Oje... mehr als 45 Kilo wiegen? Dann bin ich doch wieder so unglaublich fett!!!"
Ich dachte mir: "Oje, die Frauen, die mehr als 50 Kilo wiegen machen echt was falsch!" und "Abnehmen ist doch so leicht: Man isst einfach nichts mehr. So schwer ist das doch nicht. Sieh doch mich an!" Gut, ich habe die Sachen vergessen, die mich damals krank gemacht haben. Die Umstände waren beschissen damals, aber die Abnehmerfolge waren das größte Glücksgefühl, das ich jemals hatte. Als ich unter 40 Kilo wog war ich überglücklich - und allein. Allein in meiner unereichbaren Traumblase voller Tränen. Ich bin masochistsich, dass ich mir das zurückwünsche.

So gesund ich auch bin, ich wünsche mir trotzdem die Zeiten von damals zurück, als sich meine Zähne sehr seltsam anfühlten, als ich nach eingen Tagen mal wieder etwas festes aß. Ich erinnere mich noch daran, dass ich tatsächlich den Geschmack von Schokolade absolut vergessen hatte. Wunderbare Zeiten. Hungern fiel mir leicht ab einem Gewissen Punkt. Doch seitdem da eine fünf vorne steht gibt es für mich kein Halt mehr. Fressen. Fressen. Fressen. Und immer wieder Kotzen.

Doch wie lange will ich mich noch verstecken? Wie lange soll da snoch so weiter gehen? Ich MUSS einen Weg finden, um dauerhaft abzunehmen!
Ich bin verwirrt und traurig und berufliche Rückschläge machen es mir noch schwerer da frohenmutes an die Arbeit zu gehen. ich bin einfach skeptisch. Ich hatte meine Ansichten über die Nahrung und wusste, was vermeintlich "gesund" udn "ungesud" ist. Solange ich Süßigkeiten aus meinem Essplan fernhalte, wird das schon klappen. Irgendwie.

Ich hab' etwas aufgeschnappt. Low Carb Diät. Das hat mir jedenfalls erstmal einen Punkt gegeben, an dem ich anfange. Ich habe mich seit Monaten mal wieder richtig mit Lebensmitteln auseinandergesetzt. Natürlich gucken Magersüchtige immer gleich nach dem Kalorien- udn Fettgehalt von Nahrungmitteln, aber nach den Kohlenhydraten habe ich selten geguckt, einfach, weil ich nicht ganz wusste, was ich damit anfangen soll. Fett war ja immer der Feind. Fett in der Nahrung = Fett im Körper. Dachte ich. Falsch.

Wie man nach Jahren einer Essstörung doch so erstaunlich wenig über Nahrungsbestandteile weiß! Ich bin sehr beschämt. Ich kann dir auf Anhieb sagen, wieviel Kalorien in einem Apfel pro 100g stecken oder wieviel Kalorien eine Kartoffel hat, aber was fängt man damit an? Mein Grundumsatz ist erschreckend niedrig und es ist fast egal, was ich esse = Ich nehme zu. Kein Scherz!

Ein Apfel wird quasi zum Feind, weil da ja Fruchtzucker drin stecken und Zucker sind Kohlenhydrate und die verhindern, dass man Fett abbaut, wenn man sich bewegt. Sowas geht mir die letzten Tage durch den Kopf und ich überlege mir alles zweimal, bevor ich was esse. Was aber unglaublich anstrengend ist. Ich habe nur gesunde Lebensmittel in meinem Kühlschrank. Also aus meiner Sicht ganz gute Low Carb - Lebensmittel: Verschiedene Sorten Käse (nicht mit übermäßig viel Fettgehalt, also Mozarella, Feta etc.), Tomaten, Gurken, Salatkopf, Eier, Meerrettich, Frischkäse, Jogurt (<3), Orangen, Äpfel (ja, doch... ich liebe sie eben und ich esse sie seit Jahren täglich), Hähnchenbruststreifen...

Ich meine, mehr als versuchen kann ich es nicht. Tja... und in knapp einem Monat fahre ich wieder nach Deutschland. Endgültig. Und dann werde ich ja sehen, ob ich über 60 Kilo wiege oder nicht. Aber ernsthaft: Dann muss ich mich umbringen!!! Seit wann ist abnehmen nur so schwer???

Die Frage ist vielleicht eher: Seit wann kompensiere ich meine Probleme nicht mehr über's Essen? Seit wann ritze ich mich lieber oder versinke in dekonstruktivem Selbstmitleid, anstatt im konstruktiven Hunger?

So, das war's erstmal von mir. Es gibt noch zwei kleine Sachen, die ich euch erzählen wollte: Ich habe jetzt ein Tattoo auf meinem Schulterblatt. Zwei Blumen. Dahinter steckt eine Geschichte aus meinem Lieblingsfilm, bei der jeder meiner Leserinnen in Tränen ausbrechen würde und sagt: "Ja, so geht's mir auch!!!" Jedenfalls einnert mich diese Geschichte sehr stark an das, was ich damals durchgemacht habe und ich weine jedes Mal.
Und: Ich probiere jetzt verschiedene Sachen aus. Gestern Abend war ich zum ZUMBA. Nächste Woche gehe ich zum Aerobic. Ist ne kostspielige Angelegenheit, da es in meiner Stadt nicht sowas wie "Schnupperstunden" gibt.

Danke für's Lesen!

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Ich 2008 mit ca 47 Kilo
7.5.11 22:18


Genau wie er

Jetzt ist schon wieder ein halber Monat vergangen und ich habe nichts gebloggt. Tut mir leid für diejenigen, die vielleicht jeden Tag mal geguckt haben, ob's was Neues gibt.
Die letzte Woche waren meine Eltern zu Besuch bei mir. Zuerst war ich sehr froh, dass alles so gut klappt. Wir haben uns erstaunlich gut verstanden. Aber man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben und so kam gestern Abend das dicke Ende. Eine trotzige und ignorante Reaktion meines Vaters führte dazu, dass ich den Raum mit einem "dann leck' mich eben!" verließ und mein Vater hat den ganzen Tag nicht mehr mit mir geredet, sich mit meiner Mama gestritten und mir dann wieder mal Dinge vorgeworfen, die ich niemals gesagt oder getan habe. Wie damals. Und wieder habe ich mich so gefühlt, wie damals zuhause. Auf dem Boden. Mit den Nerven am Ende. Ich bin geschockt, wie sehr dieser Kerl immer noch Einfluss auf mich hat. Er schafft es, die Extreme aus mir heraus zu locken. Extrem sauer. Extrem laut >> und dann die Konsequenten aus dem Geschehendem >> Extrem traurig. Extrem zurückgezogen und leise. Er schafft es, dass ich die Hoffnung verliere und mich fühle wie ein Monster. Dabei dachte ich, ich hätte es geschafft, mich von seiner Meinung zu lösen. Er schafft es, dass ich so einen Hass udn Groll gegen ihn entwickel, dass ich überlaufe und am Ende mich hasse. Meine Mutter meinte, ich bin wie er. Mir blieb für einige Sekunden der Atem weg.

 Denn ich bin immernoch auf dem Weg, an mir zu arbeiten. Die letzten Wochen waren sehr konstruktiv. Vielleicht nicht sichtbar für jeden, aber in meinem Inneren gab es viele Punkte, an denen ich bewusster gehandelt habe oder an denen ich mich innerlich geschubst habe zu Dingen, zu denen ich gar keine Lust hatte, aber bei denen ich wusste, dass sie mir oder anderen gut tun (wenn es jemanden interessiert, kann ich dazu auch noch etwas ausführlicher berichten). Es hat relativ gut geklappt mit dem Essen. Ich kann mich erstaunlicherweise gut zurückhalten und meinen Schweinehund überwinden können. Ich bin jeden zweiten Tag joggen gewesen und habe das Gefühl, dass ich auch schon wieder etwas abgenommen habe. Vielleicht stimmt auch irgendwas mit meiner Wahrnehmung nicht, aber für mich sehen meine Beine schlanker aus. ich werde nachmessen und mit den Zahlen vergleichen, die ich in meinem alten "Ana"-Buch in Deutschland habe. Bin echt gespannt. Auch wenn sich herrausstellt, dass es nicht stimmt träume ich solange ich kann von schlankeren Beinen.

Ich weiß, lange Einträge ließt sich kaum einer durch, aber ich habe soviel loszuwerdenn. Mein neues Tagebuch bekommt jeden Tag einen neues Eintrag, der mehrere Seiten lang ist. Einfach, weil sich wieder soviel hochwühlt. Viele negative Gefühle sind wieder hochgekommen, seit dem Streit mit meinem Vater und beruflichen Rückschlägen. Und es sehr kraftaufwändig, nicht unterzugehen und den Kopf oben zu halten. Ich habe es meinem Freund versprochen. ich werde etwas anders machen. Aufgeben hat mir bisher nichts gebracht. Und morgen gönne ich mir 1 1/2 Stunden Kopf-Aus durch joggen. Mittlerweile macht es Spaß und es hilft gegen depressive Gedanken.

Was genau mich bedrückt werde ich die nächsten Tage noch schreiben, wenn ich es nicht auf die Reihe bekomme, es irgendwie aus meinem Kopf zu bekommen.  Es gab einige Tage in den letzten Wochen, in denen ich mich mal WOHL fühlte. Es gab NORMALE Tage für mich und ich will diesen Zustand wieder zurück!

Bis denn, gehabt euch wohl. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

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18.4.11 01:03


Parasuizid


Seit dem "Unfall" hat sich einiges geändert und einiges ist klar geworden. Man kann sich nicht von einem auf den anderen Tag ändern. Ich bin immer noch Ich und ich habe definitiv meine Macken. Ich unterdrücke zurzeit vieles. Manchmal staune ich auch etwas über mich. Ich lache tatsächlich. Und das, ohne viele Opfer zu bringen. Ich habe lediglich meinen Arm etwas massakriert. Kein großes Ding.

Ich habe mich die letzten Tage zusammengerissen und doch habe ich seltsame Gedanken. Manchmal denke ich übers Ritzen & Aufschneiden nach und wieso diese dumme Sache immernoch so einen Einfluss auf mich hat. Es ist eine schreckliche Anziehungskraft, die davon ausgeht und doch schiebe ich diese Gedanken beiseite. Wenn man gesund werden will, dann darf man nicht krank handeln. Über kranke Gedanken hat keiner was gesagt. Ich hoffe, dass ich die auch noch irgendwann loswerde...

Manchmal denke ich, dass ich WILL, dass es mir schlecht geht. Es geht mir nicht um das Mitleid anderer Menschen. Nicht primär. Das Mitleid, dass ich für meine Aktionen bekomme, ist eher ein bedauerndes, herabblickendes Mitleid - also nicht unbedingt hilfreich. Mir geht es darum, mich zu spüren. Das richtige Maß zu finden zwischen Lust und Schmerz. Klingt masochistisch und ich denke, wenn einige meienr Leserinnen mal in sich gehen, werden sie merken, wovon ich spreche.
Zu Hungern und Schmerzen zu haben ist nichts im Vergleich zu dem Stolz und der erleichterung, die man bekommt, wenn man auf die Waage steigt und eine niedrigere Zahl sieht.
Grenzen zu überschreiten tut weh, aber es macht auch irgendwie glücklich.
Wer will denn schon normal sein? Ohne Schmerz gibt es kein Glücksgefühl. Ganz egal, wie man es sich beschafft. Ich glaube, das ist auch das Geheimnis hinter dem Arschloch-Syndom (warum Frauen bei ihren Arschlochmännern bleiben, die sie wie Dreck beandeln).
Ich bin ein mensch der Extreme. Dass ich sehr viel weine und "leide" und mich selbstbemitleide ist jedoch auch ein Weg, um das maximale Glück zum empfinden, z.B. wenn mein Freund bei mir ist.
Deswegen konsumiere ich ab und an Drogen. Man bekommt ein Haufen Endorphine im Austausch zur Übelkeit oder Enzugserscheinungen...

Dass das vor einigen Wochen eine Depression war, habe ich daran erkannt, dass ich nur gegeben und nichts bekommen habe. Die Depression ist wie eine schwarze Decke, die sich um dich legt und nichts reinlässt. Kein Glück, keine erleichterung, keine befriedigung. So macht noch nicht mal das Selbstbemitleiden Spaß.

28.3.11 13:43



Kaputt

Gestolpert und ins Loch zurück gefallen. Ich kann nicht mehr...
23.3.11 21:49


Frühling

 

Der Frühling verändert alles. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich die Sonnenstrahlen genieße und zu träumen anfange, wenn ich frisch gemähtes Gras rieche. Es ist nicht mehr lang, dann bin ich zurück in Deutschland. Ich genieße es aber auch zum ersten Mal, im Ausland zu sein. Wann sonst ahbe ich schonmal die Gelegenheit, im Frühling am Strand zu spatzieren oder Bergsteigen zu gehen?!

Also wie ihr sehen könnt, geht es mir vergleichsweise gut. Ich zwinge mich zum Optimismus und die Sonne und ausreichend Bewegung helfen mir dabei, klare Gedanken zu fassen. Gestern Abend nach dem BBQ habe ich mich zwar übergeben, aber ich denke mir: "Was solls? Ich weiß, dass ich die nächsten Tage nicht kotzen werde!" Ich gebe mir wirklich Mühe. Zum ersten Mal in meinem Leben klappt es tatsächlich mehrere Tage hintereinander.
Vorgestern war ich eine Stunde lang joggen und ich habe mich total kraftvoll gefühlt. Ich war selbst sehr überrascht. Gestern war ich dann 5 Stunden lang Bergsteigen. Heute streiken zwar meine Beine, aber ich hab die Sonne trotzdem für eine kleine Radtour genutzt.

Meine mechanische Waage zeigt in meinem Zimmer (Teppich) 56 kg an. Inwiefern das stimmt, weiß ich nicht. Eigentlich müsste ich abgenommen haben. ich persönlich schätze mein Gewicht eher zwischen 53 und 54 kg.

Heute wurden auch die Nähte entfernt. Ich glaube, das war der allerschlimmste Schmerz, den ich in den letzten Wochen hatte. Da war der Schnitt echt gar nichts dagegen. Aber gut, da hatte ich ja auch Adrenalin im Blut damals. Die Narbe sieht jetzt echt fies aus. So ganz nackig.
Ich habe das Gefühl, dass sich der Großteil meines seelischen Frusts durch diesen "Unfall" entladen hat. Es tut jedenfalls echt gut, aus dem Loch zu kriechen um ein paar Sonnenstrahlen und Tautropfen zu naschen.

 

 

21.3.11 19:32


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